Lektionen zum Pulverbeschichten: Rundum, aber nicht zu dick!

Manchmal erreichen uns Anfragen, die scheinbar einfach sind, für uns als Pulverbeschichter jedoch eine ziemliche Herausforderung darstellen können. Ein Beispiel hierfür ist die komplette Rundumbeschichtung bestimmter Profiltypen inklusive aller Ecken und Rinnen, ohne dass dabei eine zu dicke Schicht aufgetragen wird. Denn ist die Pulverlackschicht zu dick, kann es zu Problemen mit Armaturen oder nachträglich einzubauenden Teilen kommen.
Die Technologie hinter der Pulverbeschichtung im Überblick : Pulverbeschichtung ist ein elektrostatischer Prozess, bei dem geladene Pulverpartikel mit manuellen Spritzpistolen und/oder Roboterpistolen auf ein zu beschichtendes Objekt aufgetragen werden. Das zu beschichtende Objekt wird geerdet und erhält dadurch eine entgegengesetzte Ladung wie das geladene Pulverpartikel. Dadurch wird das geladene Pulver vom Beschichtungsobjekt angezogen.
Aufgrund des Faraday-Effekts können Ecken, Kanten und tiefe Vertiefungen möglicherweise nicht richtig abgedeckt werden. Die elektrostatische Ladung zieht das Pulver zu den nächstgelegenen Punkten. Dadurch kann das Pulver diese Stellen schlechter erreichen. Im Bereich der Pulverbeschichtung nennen wir es auch „die schwer erreichbaren Stellen“ .
Hier kommen unsere erfahrenen Pulverbeschichter ins Spiel. Indem sie mit einer Handpistole näher herangehen und gezielt mit einer geringeren Spannung arbeiten, können sie diese Bereiche präzise abdecken. Dies führt allerdings auch dazu, dass das Pulver nicht nur an schwer zugänglichen Stellen, sondern auch rund um das Profil haftet, was zu einer höheren Schichtdicke (und dem sogenannten Orangenhauteffekt) führt.
Damit kommen wir zur Herausforderung der Anfrage: „Rund, aber nicht zu dick“.
Durch die Schwebemethode und die manuelle Sprüheinstellung werden die Grenzen des Machbaren ausgelotet. Manchmal findet man genau an dieser Grenze einen Bereich, mit dem der Kunde zufrieden ist, und dann können wir eine Arbeitsmethode etablieren, mit der wir diese Qualität garantieren können.
Zum Abschluss dieses Artikels möchten wir noch einige Tipps zur Fellseite geben:
Geben Sie immer deutlich an, welche Seite des zu beschichtenden Objekts die Beschichtungsseite ist.
Ergänzen Sie ggf., welche Seite die Primär- und Sekundärschicht ist.
Wenn das Objekt rundum beschichtet werden muss, ziehen Sie eine Aufhängemethode in Betracht:
Eine Rundumbeschichtung ist möglich, wenn das zu beschichtende Objekt über Aufhängelöcher verfügt.
Geben Sie in diesem Fall an, wo die Löcher sein sollen, oder stellen Sie sicher, dass sie bereits vorhanden sind.
Bei mehreren Beschichtungsobjekten: Achten Sie darauf, dass die Löcher im gleichen Abstand gestanzt werden. Dadurch kann der Pulverbeschichter die Materialien untereinander hängen und die Traverse wird optimal gefüllt.
Bei längeren Gegenständen besteht die Gefahr des Verbiegens. Achten Sie daher darauf, dass die Löcher so positioniert sind, dass die Teile ausreichend Halt haben und ein Durchhängen minimiert wird.
Profile mit offenen Enden können für eine Rundumbeschichtung hochgeschoben werden. Abschließend möchten wir Sie bitten, bei der Anfrage „rundum, aber nicht zu dick“ die obige Erklärung zu berücksichtigen.
Abschließend möchten wir Sie bitten, bei der Anfrage „rund, aber nicht zu dick“ die obige Erklärung zu berücksichtigen.
Fotos: @Sunshield, @SimXpro
Wenn Sie Fragen oder Ergänzungen zu diesem Artikel haben, können Sie diese gerne unten mitteilen.